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P 60 Kombi

Mein Trabant P 60 Kombi
Im August 1998 erwarb ich als Einstieg in das Oldtimerhobby einen 1964er Trabant P60 Kombi, der in der damals aktuellen Ausgabe der „Oldtimer-Markt“ angeboten wurde. Auf der Überführungsfahrt fielen zwar schon Tacho, Scheibenwischer und Abblendlicht aus und auch der Anlasser verweigerte immer mal wieder seinen Dienst, aber das schien alles nichts wirklich Schlimmes zu sein, dachte ich!

Mein erster Besuch beim Trabanttreffen im Westerwald 1998, damals noch in Rott, geriet jedoch zum Fiasko. Zunächst fuhr mir kurz vor der Abfahrt jemand beim Ausparken in den vorderen Kotflügel, es regnete in Strömen, der Innenraum glich einem Aquarium, der Motor zog mehr Luft durch undichte Stellen, als durch den Luftfilter und zu allem Überfluss fand ein selbsternannter und damals szenebekannter Gralshüter der Originalität meinen Tra
bi so schlecht, dass er es nicht für nötig befand, überhaupt ein Wort darüber zu verlieren! Dass er absolut Recht behalten sollte bemerkte ich leider erst ein paar Wochen später!

Da aber ohnehin der Winter vor der Tür stand und diese Jahreszeit bekanntlich zum Schrauben da ist, begann ich die Mängelliste meines Trabis langsam abzuarbeiten. Der Motor war schnell draußen, ein paar benötigte Ersatzteile hatte ich mir aus Rott mitgebracht … alles kein Problem … bis ich den Kotflügel abnahm, der nach dem kleinen Unfall ausgetauscht werden sollte! Darunter erwartete mich das Grauen in Form von Glasfasermatten, Spachtel und vor allem ROST!!! Als die übrigen drei nicht besser aussahen und der Schweller plötzlich mit einem lauten Knacken nachgab, als ich den Wagenheber ansetzen wollte, wurde mir langsam aber sicher klar, dass ich einem Blender aufgesessen war!

„Sch*** drauf, dann mach´ ich den eben komplett neu!“ lautete der trotzige Satz, der im November 1998 den Aus
schlag zu einer Komplettrestauration gab, ohne auch nur eine blasse Ahnung davon, auf was ich mich da eingelassen hatte. Die erste Bestandsaufnahme im Dezember 1998 war dann auch niederschmetternd! Die Karosserie war im unteren Bereich mit Ausnahme des Bodenblechs komplett durch. Außer eben dieser Karosserie, dem Armaturenbrett und dem schlecht laufenden Motor war kein einziges Teil von einem P60 und grobe Schätzungen zum finanziellen Aufwand für Schweißarbeiten und Lackierung überstiegen den Wert eines guten P60 um mehr als das Dreifache!

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Je mehr Leute mir jedoch einzureden versuchten, dass ich das doch sowieso niemals schaffen werde, desto mehr wuchs die Überzeugung, dass ich es genau diesen Leuten zeigen würde! Das Ziel lautete nicht weniger als „originalgetreuer Zustand, fahrtüchtig und absolut zuverlässig“ … und ALLES IN EIGENARBEIT … von der Motorüberholung, über die Lackierung bis hin zu den Sattlerarbeiten! Mit meinem Vater zusammen ging ich dann frisch ans Werk und auch wenn die Schweißarbeiten noch von einem Bekannten erledigt wurden, so hielten wir uns daran, alles selbst zu machen.

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Neben der ganzen Schrauberei kümmerte ich mich in den folgenden Jahren um die fehlenden Originalteile und z.B. dank Addi Obst konnte ich einen gut erhaltenen und funktionstüchtigen Goldpunkttacho und einen neuwertigen elfenbeinfarbenen Aschenbecher erwerben … für einen Kasten Pils! Eine kleine Suchanzeige in der „Oldtimer-Markt“ hatte großen Erfolg und weiterhin entdeckte ich die Welt der Internetauktionen für mich und konnte so Stück für Stück viele der fehlenden Originalteile sowie teils sehr seltenes Sonderzubehör ersteigern.

2001 war dann die Stunde der Wahrheit gekommen: der TÜV-Termin! Nach ca. 1 Stunde erhielt mein P60, die ehemalige „rollende Leiche“, die begehrte Plakette ohne Mängel! Es sollte jedoch noch bis zum 14. Tag des Trabi im August 2003 dauern, bis ich den Wagen soweit fertig hatte, dass ich an einem Treffen teilnahm und hier auf Anhieb den Pokal für den schönsten P50/60 gewann!

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Seit diesem Tag sind noch einige Pokale und erfolgreiche Platzierungen bei Oldtimerrallyes hinzugekommen…

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... und von den Leuten, die mir einreden wollten, dass ich es niemals schaffen werde, diesen Trabi auf die Straße zurückzubringen, hab ich nie wieder etwas gehört!

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